CooL

 Frontalunterricht war gestern, COOL sein ist heute. Beim "kooperativen, offenen Lernen" gibt es für die SchülerInnen der HAK Grazbachgasse längst keine One-(Wo-)Man-Show der Lehrperson mehr, sondern stattdessen ein eigenständiges Lernen. So ist COOL kein Schulgegenstand, sondern eine Unterrichtsphilosophie. Die LehrerInnen geben den Lehrstoff vor, die Schüler erarbeiten ihn teilweise selbstständig. "Zudem gibt es Phasen des intensiven Übens und Festigens, in denen sich jeder individuell mit jenen Bereich vertieft auseinandersetzen kann, die er noch nicht so beherrscht", erklärte die COOL-Schulkoordinatorin Prof. Ingrid Kulmitzer, die gemeinsam mit Prof. Daniela Franz-Kraft, Prof. Andrea Lamp und Prof. Ingrid Steiner für die Organisation dieser Unterrichtsform verantwortlich zeichnet. 11 Klassen und 34 LehrerInnen dürfen sich schon das Prädikat "COOL" geben. Und unzählige Jugendliche. Ob allein oder in Gruppen, auf welche Art oder in welchem Klassenraum - die Schüler bekommen bei den Aufträgen (fast) alle Freiheiten von den LehrerInnen, die plötzlich weniger Lehrer und viel mehr Coaches sind. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, nur der Abgabetermin ist fix. "Zum Tragen kommen dabei nicht nur Eigenverantwortung und Eigeninitiative, sondern auch das Sozialverhalten wird durch viele Gruppenaufträge trainiert. Das Ganze läuft sehr praxisnahe ab, in der Wirtschaft sitzen die MitarbeiterInnen auch nicht alleine in ihren Elfenbeintürmen, sondern müssen mit KollegInnen zusammenarbeiten und Aufträge alleine oder in Gruppen erledigen. Daher ist es uns sehr wichtig, dass dies auch in der Schule bereits gelernt wird", erläutert Kulmitzer. Ganz cool lernen die Schüler in diesem offenen Unterricht aber auch, ihre Probleme und Anliegen auszudrücken. In regelmäßigen Klassenratssitzungen - später heißt das im Berufsleben Meeting - ist ein Feedback der Jugendlichen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Dass dabei Kommunikationsregeln und Protokollführung geschult werden, versteht sich von selbst. "COOL ist cool, da macht es richtig Spaß in der Schul'", lacht Philipp Dossi. Und Klassenkollegin Nina Holzmeister ergänzt: "Bei dieser Art des Unterrichts kommen unsere Stärken voll zum Tragen."  COOL  ist längst zu einer Stärke der ganzen Handelsakademie geworden. So verstehen es auch die Schüler als Gütesiegel, dass die HAK Grazbachgasse eine von 80 COOL-Partnerschulen in Österreich ist. Ganz nach dem Motto: "We love our school, because it's COOL."

Cool-Starttag

Am Freitag, den 14. Oktober haben wir, die 1dk, uns zu einem coolen Frühstück in unserer Klasse zusammengefunden.
Alle halfen zusammen, um unser Frühstück so vielfältig wie möglich zu gestalten. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit begannen wir unseren ersten Coolauftrag zu bearbeiten. Unser Thema lautete Klassenrat und wir hatten eine gute Dreiviertelstunde Zeit, um uns in kleinen Gruppen über den Klassenrat zu informieren und ein Plakat zu gestalten. Dabei konnten wir uns aussuchen in welchem Räumen wir die Aufgaben lösen wollten. Anschließend besprachen wir unsere erarbeiteten Ergebnisse in größeren Gruppen. Zum Schluss, nachdem wir uns mit dem Thema schon sehr gut beschäftigt hatten, hielten wir unseren ersten Klassenrat ab, indem wir Probleme und Anliegen der Schüler besprachen.
Bei Coolaufträgen ist es das Ziel, den Lehrstoff selbstständig zu erarbeiten, und die-se Idee hat uns sehr gut gefallen, weil unsere Teamfähigkeit dadurch gesteigert wird. Wir hoffen auf noch viele weitere Coolaufträge dieses Jahr und auf ein gutes Beieinandersein.

 

 

 

 

 

 

   

WER IST COOL?

Jede/r, die/der COperatives Offenes Lernen nach den Prinzipien

FREIHEIT/VERANTWORTUNG - KOOPERATION - SELBSTÄNDIGKEIT

anwendet bzw. nach diesen Prinzipien vorgeht!

COOLer Unterricht ist also

  • eigenverantwortliches und schülerorientiertes
  • lernzielorientiertes und teamorientiertes
  • themenzentriertes und fächerübergreifendes Lernen!

Wesentliche Merkmale der COOLen Methode sind

  • Bildung von LehrerInnenteams mit regelmäßigen Teamsitzungen.
  • SchülerInnen erhalten schriftliche - zum Teil auch fächerübergreifende - Arbeitsaufträge.
  • Innerhalb der so genannten "COOL-Stunden" entscheiden die SchülerInnen, wie und wo welcher Auftrag bis zum genannten Termin zu erledigen ist.
  • Der/die LehrerIn wird zum Coach und Begleiter des Lernprozesses.
  • Durch Feedbackbögen reflektieren die SchülerInnen ihr Arbeits- und Sozialverhalten.
  • In regelmäßig stattfindenden Klassenratssitzungen besprechen die SchülerInnen ihre Anliegen und Probleme. Dabei üben und erlernen sie auch die Kommunikationsregeln, die Protokollführung und die Moderationstechniken.

Der COOLe Unterricht basiert auf dem von Helen Parkhurst entwickelten Daltonplan.
In Österreich geht COOL auf eines von den Pädagogen Mag. Helga Wittwer und Mag. Georg Neuhauser (BHAK/BHAS Steyr) 1996 gegründetes Impulszentrum zurück.

  CooL QUIZ
WAS IST COOL?
1 COOL bedeutet

a) gelassen bleiben
b) lässig sein
c) kooperativ und offen lernen
d) nicht ins Schwitzen kommen

2 Prinzipien des COOLen Unterrichts

a) ICH-bezogenes Handeln
b) Selbstständigkeit
c) Sprachlosigkeit
d) Konfliktbereitschaft

3 COOLer Unterricht ist möglich

a) in allen Fächern
b) nur in bestimmten Fächern
c) für alle SchülerInnen
d) nur für bestimmte SchülerInnen

4 Der Arbeitsauftrag enthält

a) Pausenzeiten
b) Aufgabenstellungen
c) Lösungen
d) Schulnoten

5 Beim Klassenrat werden

image.gifa) nur SchülerInnen anwesend sein
image.gifb) SchülerInnen und LehrerInnen anwesend sein
image.gifc) SchülerInnen beraten
image.gifd) Klassenthemen besprochen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die richtigen Lösungen sind: 1c; 2b; 3a,c; 4b; 5b,d

Ein COOLer Bericht - aus COOLer Sicht

"We love our school, because it's COOL!"

Das Lehrerteam, das sich dem COOL-Unterricht, also dem kooperativen offenen Lernen verschrieben hat, kann auf ein ereignisreiches Schuljahr 2010/11 zurückblicken.

Allem voran stand ein Wechsel an der Spitze des COOL-Schulteams: Mag. Ingrid Kulmitzer, seit dem Schuljahr 2007/08 fixer Bestandteil des COOL-Lehrerteams, trat die Nachfolge von OStR. MMag. Ilse Reichel als COOL-Koordinatorin an, als diese im Herbst 2010 in den wohlverdienten Ruhestand trat.
OStR. MMag. Ilse Reichel hatte im Schuljahr 2008/2009 die Leitung von COOL an unserer Schule übernommen und es innerhalb kürzester Zeit geschafft, die HAK-Grazbachgasse als "COOL-Netzwerkpartner" zertifizieren zu lassen. Die von ihr gestaltete Zertifizierungsfeier im Oktober 2009 krönte ihre unermüdlichen Bemühungen, alle notwendigen Unterlagen und Protokolle von den Kolleginnen/ Kollegen einzufordern.
Auch die von ihr organisierte Vernissage zur Ausstellung COOL kreativ wurde zu einem großen Erfolg. Die von Schülerinnen/Schülern gestalteten Werke konnten auch im Rahmen des österreichweiten COOL-Follow-up in Weiz bestaunt werden.
Als Auftakt für das neue Schuljahr rief Mag. Ingrid Kulmitzer Ende September ihr Team im Rahmen eines halbtätigen Workshops zusammen, der außer der Planung des Schuljahres das Thema "Klassenrat" als Schwerpunkt hatte.
Am 15. Oktober begann schließlich auch für die Schülerinnen/Schüler das neue COOL-Jahr mit dem COOL-Starttag: COOL-Regeln, Klassenrat, Evaluierungen des Vorjahres und erste COOL-Aufträge standen nach einem gemeinsamen Frühstück für die COOL-Klassen auf dem Programm.




Vom 20. - 23. November waren neun COOL-Lehrerinnen im Rahmen eines Regionalgruppentreffens des COOL-Akademielehrgangs zu Gast in unserer Schule. Nach einem Rundgang durch die Schule besuchten sie eine COOL-Klasse und eine Übungsfirma und gaben dem Schulentwicklungsteam Feedback über die Präsenz von COOL an unserer Schule.
Viel getan hat sich dieses Schuljahr auch in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit von COOL: Fünf Schülerinnen und Schüler der 5BK erarbeiteten im Rahmen eines Maturaprojekts ein Informationssystem für COOL-Lehrer/Lehrerinnen, Schüler/Schülerinnen der 3DK wurden von Mag. Brigitte Schindler im Deutsch-Unterricht beauftragt, eine COOL-Zeitung zu erstellen und die Teilnehmer/Teilnehmerinnen am Freigegenstand "Angewandtes Marketing" von Mag. Daniela Franz-Kraft gestalteten Beachflags und College-Blöcke als Werbemittel für COOL.
Am Tag der offenen Tür wurde COOL durch einen Stand vor dem Festsaal vorgestellt, wobei Joana Michalkov und Peter Rossegger aus der 2CK gute Informationsarbeit leisteten. Natürlich konnten die Besucher/Besucherinnen einen Eindruck von COOL-Unterricht in einer der vielen COOL-Klassen gewinnen.

12 COOL-interessierte Kolleginnen besuchten am 3. Mai die private Hauptschule in Dobl, um sich ein Bild von der Organisation des freien und selbstständigen Arbeitens an dieser reformpädagogischen Schule zu machen. Besonderes Interesse galt den fix im Stundenplan verankerten offenen Lernphasen, in denen die Schüler/Schülerinnen eigenständig an ihren jeweiligen Arbeitsplänen, die über mehrere Wochen gehen, arbeiten.

Alle Kolleginnen waren vor allem von der angenehmen Arbeitsatmosphäre und den vielfältigen Arbeitsmaterialien, die den Schülern/Schülerinnen zur Verfügung gestellt werden, beeindruckt. Das COOL-Team dankt Frau Dir. Maria Krestel-Leinholz, Frau Dipl.-Päd. Andrea Kainersdorfer und Frau Dipl.-Päd. Sonja Schönbacher für die herzliche Aufnahme und Betreuung an ihrer Schule und freut sich, dass auch im nächsten Jahr wieder Schüler/Schülerinnen aus Dobl die HAK Grazbachgasse als weiterführende Schule ausgewählt haben.
Am Ende des COOL-Jahres werden die Schüler/Schülerinnen gebeten, den COOL-Unterricht zu evaluieren. Aber auch sie werden von ihren Lehrern/Lehrerinnen ein Feedback in Bezug auf Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Teamfähigkeit, also die Prinzipien des COOL-Unterrichts, erhalten.
Frau Mag. Ingrid Kulmitzer möchte sich ganz besonders bei ihrem Schulteam (Mag. Daniela Franz-Kraft, Mag. Andrea Lamp, Mag. Renate Schindler und Mag. Ingrid Steiner), bei unserem Herrn Direktor und bei allen COOL-Lehrern/Lehrerinnen für ihr Engagement und ihren Einsatz bedanken. Nur durch diese gute Zusammenarbeit gelingt guter COOLer Unterricht für unsere Schüler/Schülerinnen.