Helfen verbindet Schüler - aber auch Unterricht und Soziales
Rechnungswesen einmal anders: Statt über fiktiven Beispielen zu brüten, stellten die Schüler der HAK Grazbachgasse im Dezember ihre kaufmännischen Fertigkeiten ganz praxisnah unter Beweis. Und das noch im Dienste der guten Sache. Jeder einzelne Handelsakademiker der Fachrichtung "Internationale Wirtschaft" hat im November Weihnachtsbäckereien fabriziert, insgesamt wurden 641 Kekssackerln geschnürt. Diese brachten die Schüler im Advent in ganz Graz unter das Volk - gegen eine Mindestspende von 3,50 €. Doch damit wollten sich die angehenden Wirtschaftsfachleute nicht selbst das Weihnachtsfest versüßen, sondern stattdessen den "Schmetterlingskindern" Flügel verleihen. Für deren leidgeprüfte, dünne Haut sollten dank der Spenden neue Therapien und Medikamente finanziert werden. "Das Motto der Aktion ist klar: Helfen verbindet", stellten die beiden zuständigen Professorinnen Waltraud Pirker und Regina Rudorfer-Sommer klar. Doch helfen verbindet nicht nur die Schüler untereinander, sondern auch den Wirtschaftsunterricht mit diesem Sozialprojekt. "Bei dieser Aktion werden die Instrumente des Projektmanagements ebenso eingesetzt wie angewandtes Marketing und Rechnungswesen. Der Brückenschlag zwischen Unterricht und vorweihnachtlicher Hilfe hat in der Grazbachgasse schon Tradition, bereits zum vierten Mal stellen sich die Schüler der "Internationalen Wirtschaft" in den Dienste kranker Kinder. "Es ist uns sehr wichtig, dass es in unserer Schule nicht nur um Zahlen und Fakten geht, sondern dass auch eine Sensibilität für Benachteiligte entwickelt wird", meint HAK-Direktor Johann Wilding. Um Zahlen und Fakten ging es aber am Ende der Aktion dann doch wieder. Und diese waren beeindruckend. Nicht weniger als 3200 Euro übergaben die HAK-Schüler am 22. Dezember an die Stiftung für Schmetterlingskinder in Salzburg. "Es war uns eine Herzensangelegenheit, diesen Kindern zu helfen, denn die bekommen sonst kaum Aufmerksamkeit. Daher war es uns auch nicht zu mühsam, selbst nach Salzburg zu fahren", erklärten Lisa Brunner und Viktoria Kickmaier. Brunner und Kickmaier sind die Powerfrauen des "Interact-Clubs". Diese Jugendorganisation des "Rotary Clubs" hat in der HAK Grazbachgasse ihre Heimat und steht hinter allen Sozialaktionen der Schule. So war der Interact-Club auch die treibende Kraft hinter der Keksaktion. "Wir wollen künftig aber nicht nur dieses jährliche Weihnachtsprojekt machen, sondern uns steigern und auch neue Ideen verwirklichen. Die Schicksale dieser Kinder gehen uns einfach nahe, es liefen uns kalte Schauer über den Rücken, als wir im Vorjahr auf der Kinderkrebsstation waren. Da weiß man, wie gut es einem geht, wenn man gesund ist", erzählten Brunner und Kickmaier.
Schöner Erfolg unserer Schule